Nachhaltige Websites in der Praxis: 10 Maßnahmen für Unternehmen
Nachhaltigkeit im Web beginnt nicht bei Zertifikaten, sondern bei täglichen Entscheidungen in Konzept, Design, Technik und Inhalt – hier können Unternehmen mit ihrer Website sichtbare Wirkung für Nutzer:innen, Geschäft und Umwelt entfalten.
Nachhaltige Webprojekte sind für mich längst mehr als ein Trendthema. In meinen Projekten erlebe ich jeden Tag, wie sich Performance, User Experience und ökologische Verantwortung sinnvoll verbinden lassen – ohne dass die Website komplizierter oder teurer werden muss. In diesem Beitrag zeige ich, welche konkreten Schritte Unternehmen setzen können, um ihre Website nachhaltiger, schneller und zukunftssicher zu machen.
1. Bilder richtig optimieren – weniger Daten, gleiche Wirkung
Bilder sind oft die größten "Klimasünder" einer Website. In meinen Projekten beginne ich daher fast immer mit einem konsequenten Bild-Check. Dabei geht es nicht nur um Dateigrößen, sondern auch um Formate, Zuschnitt und die Frage: Brauchen wir dieses Bild wirklich in dieser Größe?
Praktisch heißt das: moderne Bildformate wie WebP nutzen, Bilder auf die tatsächlich benötigte Größe zuschneiden, Lazy Loading einsetzen und konsequent auf überflüssige Deko-Bilder verzichten. So sinkt das Datenvolumen spürbar – und die Seite fühlt sich für Nutzer:innen deutlich schneller an.
2. Code entschlacken und Abhängigkeiten reduzieren
Mit jedem Plugin, Framework oder Skript wächst der CO₂-Fußabdruck einer Website. In vielen Bestandsprojekten sehe ich Code, der seit Jahren nicht mehr gebraucht wird, aber bei jedem Seitenaufruf mitgeladen wird. Genau hier schlummert ein großes Einsparpotenzial.
Ich setze deshalb auf schlanke, gut strukturierte Templates, entferne Altlasten und prüfe kritisch, welche Bibliotheken wirklich notwendig sind. Ziel ist ein klarer, wartbarer Code, der sich schnell ausliefern lässt – ein Gewinn für Performance, Nachhaltigkeit und Pflegeaufwand.
3. Hosting bewusst wählen – Green Hosting als Basis
Nachhaltigkeit beginnt nicht erst im Frontend, sondern schon im Rechenzentrum. In meinen Empfehlungen für Kund:innen spielt die Wahl des Hosters daher eine zentrale Rolle: Strommix, Effizienz der Infrastruktur und Transparenz des Anbieters sind wichtige Kriterien.
Ein Wechsel zu einem Green-Hosting-Angebot lässt sich oft ohne großen Aufwand umsetzen, bringt aber einen deutlichen Effekt auf die Umweltbilanz der Website. Gleichzeitig achte ich darauf, dass die Server performant sind – Nachhaltigkeit und Geschwindigkeit gehören für mich zusammen.
4. Caching und Performance-Strategie einführen
Eine nachhaltige Website lädt schnell – idealerweise auch bei schwächerer Verbindung oder auf älteren Geräten. In Projekten definiere ich deshalb eine klare Caching-Strategie: serverseitiges Caching, Browser-Caching, komprimierte Auslieferung von Assets und, wo sinnvoll, ein CDN.
Wichtig ist mir, dass diese Maßnahmen nicht nur einmalig eingerichtet, sondern auch regelmäßig überprüft werden. Ein Performance-Monitoring (z.B. auf Basis von Core Web Vitals) hilft dabei, Probleme früh zu erkennen und nachzubessern, bevor Nutzer:innen etwas merken.
5. Inhalte aufräumen – Content-Hygiene statt Datenfriedhof
Viele Websites wachsen über Jahre unkontrolliert: alte Unterseiten, veraltete News, PDFs, die niemand mehr liest. In meinen Projekten plane ich daher bewusst Content-Hygiene ein – ähnlich wie einen Frühjahrsputz für die Website.
Gemeinsam mit Kund:innen analysiere ich, welche Inhalte wirklich genutzt werden, was konsolidiert werden kann und wo wir veraltete Informationen entfernen. Das Ergebnis: weniger Ballast, übersichtlichere Navigation und weniger Daten, die dauerhaft gespeichert, gesichert und ausgeliefert werden müssen.
6. Barrierefreiheit als Nachhaltigkeitsfaktor mitdenken
Barrierefreie Inhalte haben eine längere Lebensdauer, sind besser auffindbar und für mehr Menschen nutzbar. In meinen Projekten verbinde ich daher Nachhaltigkeit und Accessibility bewusst miteinander – auch wenn es „nur“ um erste, pragmatische Schritte geht.
Dazu gehören klare Überschriftenstrukturen, ausreichende Kontraste, aussagekräftige Alt-Texte bei Bildern und gut bedienbare Formulare. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Zugänglichkeit, sondern stärken gleichzeitig SEO, User Experience und damit die nachhaltige Wirkung der Website.
7. Tracking und Drittanbieter-Skripte schlank halten
Jedes zusätzliche Skript im Hintergrund verursacht Datenverkehr – und damit Ressourcenverbrauch. In vielen Projekten starte ich deshalb mit einer kritischen Bestandsaufnahme: Welche Tracking- und Marketing-Tools werden wirklich genutzt, welche laufen nur aus Gewohnheit mit?
Mein Ziel ist ein schlankes, datenschutzkonformes Setup: so wenig Skripte wie möglich, so viel Analyse wie nötig. Das reduziert nicht nur die Ladezeit, sondern schafft auch Vertrauen bei Nutzer:innen und erleichtert die Einhaltung rechtlicher Vorgaben.
8. Einbettungen bewusst einsetzen: Videos, Maps & Co.
Videos, Karten und externe Widgets sind praktisch, können aber echte Performance-Killer sein. In meinen Projekten setze ich deshalb auf "smarte Einbettungen": Vorschau-Bilder statt sofortigem Streaming, Click-to-Load-Lösungen und, wo möglich, lokale Alternativen.
So bleibt die Seite schlank, ohne auf wichtige Funktionen zu verzichten. Gleichzeitig entscheiden Nutzer:innen selbst, ob sie zusätzliche Inhalte laden möchten – ein fairer und ressourcenschonender Ansatz.
9. Klare Informationsarchitektur – weniger Umwege, weniger Requests
Eine gute User Experience ist immer auch nachhaltig. Wenn Nutzer:innen schnell finden, was sie suchen, verkürzen sich Wege, Klickpfade und unnötige Seitenaufrufe. In meinen Projekten investiere ich daher bewusst Zeit in eine klare Informationsarchitektur, sinnvolle Navigation und verständliche Bezeichnungen.
Das Ergebnis sind Websites, die sich intuitiv bedienen lassen, weniger Supportbedarf verursachen und ihre Inhalte effizient vermitteln. Auch das ist ein Beitrag zu Nachhaltigkeit – sowohl technisch als auch organisatorisch.
10. Nachhaltigkeit als laufenden Prozess verstehen
Nachhaltige Websites entstehen nicht in einem einzigen Projektmeeting. In meiner Arbeit sehe ich gute Ergebnisse vor allem dort, wo Unternehmen Nachhaltigkeit als laufenden Prozess verstehen: mit regelmäßigen Checks, klaren Verantwortlichkeiten und Bereitschaft zur Optimierung.
Ich empfehle daher, feste Routinen zu etablieren – etwa jährliche Performance- und Nachhaltigkeitsreviews oder definierte Zuständigkeiten für Content-Pflege und Technik. So bleibt die Website nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Jahren schnell, zugänglich und ressourcenschonend.
Fazit: Kleine Schritte, große Wirkung
Viele der genannten Maßnahmen lassen sich schrittweise umsetzen – auch mit bestehenden Websites und ohne kompletten Relaunch. In meinen Projekten starte ich häufig mit einem kompakten Audit, identifiziere Quick Wins und entwickle daraus eine realistische Roadmap.
Wenn Sie wissen möchten, wie nachhaltig Ihre aktuelle Website ist und wo sich mit überschaubarem Aufwand am meisten bewirken lässt, unterstütze ich Sie gerne mit einem Nachhaltigkeits-Check für Ihren Webauftritt – praxisnah, nachvollziehbar und auf KMU-Bedürfnisse zugeschnitten.